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Arthrose und Arthritis

Arthrose, deformierende Arthrose. Arthritis, rheumatoide Arthritis, Osteoarthritis.

Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, die durch Abnutzung des Gelenkknorpels gekennzeichnet ist. 
Arthritis ist eine entzündliche Autoimmunerkrankung der Gelenke, die eine Entzündung der Synovialmembran mit sich bringt und Gelenkschäden verursachen kann. Die bekanntesten und am weitesten verbreiteten Formen sind Osteoarthritis und rheumatoide Arthritis. Andere Formen sind Gicht, Psoriasis-Arthritis, Morbus Bechterew, zervikale Spondylose, systemischer Lupus erythematodes, enteropathische Spondyloarthritis usw.

Symptomatologie, Zahlen, Uhrsachen, Diagnose und Referenzen?
Symptomatologie

Arthrose:

  • Gelenkschmerzen
  • mäßige Steifigkeit
  • Schwellung
  • Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit
  • Gelenkdeformitäten in fortgeschrittenen Fällen
  • Stimmungsstörungen (Angstzustände, Depressionen)
  • Schlafstörungen

Arthritis:

  • Schmerzen in Ruhe
  • Stärkere Steifigkeit
  • Gelenkschwellung und -rötung
  • Stimmungsstörungen (Angstzustände, Depressionen)
  • Schlafstörungen
Wer ist betroffen?

Arthrose betrifft vor allem Erwachsene über 40, kann aber in jedem Alter auftreten. Arthritis kann Menschen jeden Alters betreffen und von leicht bis schwer reichen. In Italien sind Tausende Menschen von diesen Erkrankungen betroffen. Arthrose ist weitaus weiter verbreitet und häufiger als Arthritis. Sie macht mehr als 70 % der rheumatischen Formen aus.

Diagnose

Die Diagnose basiert auf körperlichen Untersuchungen, Blutuntersuchungen und bildgebenden Untersuchungen (z. B. Röntgen oder MRT) und Beurteilung klinischer Merkmale.

Die Ursache

Zu den Ursachen für Arthrose zählen das Alter, frühere Gelenkverletzungen, genetische Veranlagung und wiederholte Belastung der Gelenke. Die Ursachen für Arthritis können autoimmuner (wie bei rheumatoider Arthritis) oder infektiöser Natur sein.

Referenzen
  • Shayan Senthelal, Jinpu Li, Shirin Ardeshirzadeh, Mark A. Thomas. Arthritis. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2023 Jan. 2023 Jun 20.
  • Gilberto Luis Camanho, Marta Imamura, and Lars Arendt-Nielsen. GENESIS OF PAIN IN ARTHROSIS. Rev Bras Ortop. 2011 Jan; 46(1): 14–17.
Klassische Terapie
Terapie mit Cannabis

Klassische Behandlungen

Klassische Behandlungen bei Arthrose und Arthritis zielen darauf ab, Schmerzen und Entzündungen zu lindern und die Gelenkfunktion zu verbessern.

Problematik: Die Behandlung von Arthrose und Arthritis kann aufgrund der Vielfalt der Ursachen und der individuellen Reaktionen auf die Behandlung komplex sein. Eine längere Einnahme von Medikamenten kann zu schwerwiegenden Nebenwirkungen führen.

Pharmakologische Therapie

Schmerzen
Steifheit
Schwellungen
Rötung der Haut
Beschränkte Beweglichkeit von Gelenken
Gelenkverformung

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs) (Naproxen, Ibuprofen, Diclofenac usw.), Kortikosteroide (Prednison, Methylprednisolon, Kortison usw.), Paracetamol, [nur bei Arthrose: Hyaluronsäureinfiltrationen], [nur bei Arthritis: krankheitsmodifizierende Medikamente (Methotrexat usw.), biologische Medikamente: (Adalimumab, Infliximab usw.)

Nebenwirkungen:

NSAIDs: Ulzerationen, Perforationen und/oder Magen-Darm-Blutungen; Bauchschmerzen; Sodbrennen; Verdauungsstörungen; Schwindel, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen; Verwirrung, Schlaflosigkeit; Bluterkrankungen; allergische Reaktionen bei empfindlichen Personen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen; Veränderungen der Leber- und Nierenfunktion; Veränderungen des Blutzuckers.

Paracetamol: Urtikaria und andere Hautreaktionen; Angioödem; Ödem des Kehlkopfes; anaphylaktischer Schock; Thrombozytopenie; Leukopenie, Neutropenie, Agranulozytose; Anämie; Bauchschmerzen; Magen- und Darmbeschwerden; Durchfall; Hepatitis; Anstieg oder Abfall des INR-Wertes (Parameter zur Beurteilung der Prothrombinzeit); auch erhebliche Veränderungen der Leberfunktion; Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse; Akutes Nierenversagen; Interstitielle Nephritis; Hämaturie; Anurie; Unwohlsein; Hypotonie; Veränderung der Blutspiegel von Lebertransaminasen; abnorme Abnahme der Blutplättchen- und weißen Blutkörperchenwerte; Rötung; Hautrötung; Juckreiz; abnormaler Anstieg der Herzfrequenz; Schmerzen und Brennen an der Injektionsstelle.

Kortikosteroide: Natriumretention; Ödem; Wassereinlagerungen, die zu Schwellungen führen, z. B. Schwellungen im Gesicht oder an den Händen; erhöhtes Körpergewicht; Gesichtsrötung; Hautveränderungen; Hyperglykämie; Hypertonie; Muskelschwäche; Knochenschwäche; Knochendemineralisierung, Osteoporose; Magengeschwür; Pankreatitis; Blutungen; Stimmungsschwankungen.

Hyaluronsäure-Infiltration: kleine Hämatome, Ekchymose, Ödeme, Taubheitsgefühl und Blutergüsse. 

Krankheitsverändernde Medikamente (Hämtotrexat): Erbrechen und Magenbeschwerden, Kopfschmerzen, Schwindel und Müdigkeit, verschwommenes Sehen, trockener Husten, Kurzatmigkeit, Durchfall, Erbrechen oder weiße Flecken oder Beläge im Mund oder auf den Lippen, Blut im Urin oder im Stuhl, Schwellungen, schnelle Gewichtszunahme, schlechtes oder fehlendes Wasserlassen, Krämpfe, Fieber, Schüttelfrost, grippeähnliche Schmerzen oder Symptome, Blässe, Blutergüsse, Blutungen, Schwäche, Benommenheit, Leberprobleme, schwere Hautreaktionen 

Biologische Arzneimittel: Die Nebenwirkungen sind je nach Medikament unterschiedlich stark ausgeprägt und reichen von leicht bis schwer. Bei den Medikamenten der neuen Generation sind die langfristigen Auswirkungen noch nicht genau bekannt. 

Vorteile/Nachteile

Zu den Vorteilen gehört eine bessere Schmerz- und Krankheitskontrolle. Einige Medikamente, wie z. B. Krankheitsmodifikatoren, helfen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Zu den Nachteilen können schwerwiegende Nebenwirkungen und die Notwendigkeit einer ständigen Überwachung gehören.

Nicht-pharmakologische Therapien

Vorteile/Nachteile: Zu den Vorteilen gehören eine verbesserte Funktion und Schmerzbehandlung ohne längere Einnahme von Medikamenten. Zu den Nachteilen kann die Notwendigkeit gehören, Langzeittherapien durchzuführen.

  • Physiotherapie: Übungen zur Verbesserung der Muskelkraft und Gelenkbeweglichkeit
  • Ergotherapie: bessere Bewältigung alltäglicher Aktivitäten
  • Änderungen des Lebensstils: Zum Beispiel Gewichtsverlust und Reduzierung der Gelenkbelastung
  • Operationen: In schweren Fällen können Operationen wie ein Gelenkersatz erforderlich sein
  • Komplementäre Therapien: Wie Akupunktur oder Massage zur Linderung der Symptome

Referenzen der Pharmakologischen Therapie

Behandlung mit Cannabis

Sowohl bei Arthrose wie auch bei Arthritis kommt es zu unkontrollierten Entzündungen, die Schmerzen verursachen. Cannabis und Cannabinoide könnten aufgrund ihrer entzündungshemmenden und schmerzstillenden Eigenschaften hilfreich sein, um den Verlauf sowohl von Arthritis als auch von Arthrose zu verbessern. Darüber hinaus könnten sie aufgrund ihrer Wirkung auf das zentrale Nervensystem die Stimmung (und damit möglicherweise Angst und Depression) und die Schlafqualität verbessern, was den Einsatz spezifischer Medikamente für diese Erkrankungen verringern würde.  

Optimale Verabreichung: Oral oder über topische Cremes. Um akuten Symptomen entgegenzuwirken, kann eine Inhalation in Betracht gezogen werden.

Die Cannabinoide im Einsatz sind Tetrahydrocannabinol (THC), Cannabidiol (CBD), Cannabinol (CBN), Tedrohydrocannabiforol (THCP), Cannabichromen (CBC) und andere.

Therapie mit Cannabis

Gelenkschmerzen
Schwellungen
Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit
Stimmungsstörungen (Angstzustände, Depressionen)
Schlafstörungen

Tetrahydrocannabinol (THC), Cannabidiol (CBD), Cannabinol (CBN), Tedrohydrocannabiforol (THCP), Cannabichromen (CBC) und andere

Nebenwirkungen:

Im Gegensatz zu klassischen pharmakologischen Therapien sind die Nebenwirkungen von Cannabinoiden im Allgemeinen nicht sehr schwerwiegend, verträglich und verschwinden tendenziell nach Beendigung der Anwendung.

Dazu gehören: Übelkeit, trockener Mund, Rötung der Augen, gesteigerter Appetit, Euphorie, erhöhter Puls, Senkung des Blutdrucks, Schwindel.

Vorteile/Nachteile

Viele Patienten berichten von einer deutlichen Linderung ihrer Gelenkschmerzen durch die Verwendung von medizinischem Cannabis und CBD-Produkten, die Auswirkungen können jedoch von Person zu Person unterschiedlich sein. Die Nebenwirkungen von Cannabis und Derivaten werden von Patienten viel besser vertragen als die herkömmlicher Medikamente. Einer der Hauptnachteile sind die Kosten, insbesondere bei CBD-Produkten. Die Preise variieren stark, aber CBD-Produkte sind nicht billig und je nach Dosis, Häufigkeit und Formulierung können die Kosten beträchtlich sein.

Der Stand der wissenschaftlichen Studien (klinische Beobachtungen)

Es gibt Laborstudien, die darauf hindeuten, dass Cannabis und CBD ein vielversprechender Ansatz sein könnten, und Tierstudien, die entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkungen zeigen, es gibt aber keine gut konzipierten Studien, die überzeugend belegen, dass Cannabis und CBD bei Arthritis oder Arthrose bei Menschen wirksam sind. Im Gegensatz dazu kam eine der größten Literaturrecherchen, welche die gesundheitlichen Auswirkungen von Cannabis und CBD untersuchte, zum Schluss, dass es „erhebliche Beweise dafür gibt, dass Cannabis eine wirksame Behandlung für chronische Schmerzen bei Erwachsenen sein kann“. Kleine, kurzfristige oder umfragebasierte klinische Studien legen nahe, dass CBD möglicherweise bei Arthritis-Schmerzen hilfreich sein kann.

Referenzen Cannabis-Therapie

Klassische Terapie
Klinische Erfahrung zum Einsatz von medizinischem Cannabis

Arzt für Allgemeinmedizin, Privatklinik (Spanien).

Frau, 89, wird wegen chronischer Schmerzen im Zusammenhang mit rheumatoider Arthritis und Muskelriss der Rotatorenmanschette behandelt, mit Darmkrebs in Remission, Hörverlust, Opioidabhängigkeit. Seit 2019 leidet die Dame unter paroxysmalem Vorhofflimmern und wird im Rahmen einer Herzinsuffizienz mit gerinnungshemmenden Medikamenten behandelt

Klassische Therapie vor Beginn der Cannabis Therapie
  • Fentanyl (transdermales Pflaster), 50 µg alle 72 Stunden
  • Methylprednisolon, 4 mg am Tag
  • Edoxaban, 1 Pille am Tag
  • Alendronsäure + Cholecalciferol 70/5600UI, 1 Kompresse pro Woche
Cannabis Therapie

Zur Bisherigen Therapie wurde hinzugefügt:

  • CBD-Öl 10% (Extraktion in überkritischem CO2 + Ethanol; 3,3 mg/Tropfen), 3 Mal am Tag: 4 Tropfen morgens, 5 nach dem Mittagessen, 6 nach dem Abendessen, zusammen 49,5 mg CBD am Tag, 0,86 mg/kg/Tag, bei 57 kg
  • THC-Extrakt 3% (dominantes Profil: Myrcen + Linalool + Beta-Caryophyllen), 2 Tropfen mittags + 4 Tropfen abends, zusammen 6 mg am Tag
  • Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren
Ergebnisse

Nach 10 Wochen Behandlung:

  • Die Dosierung von Methylprednisolon wurde halbiert
  • Die Fentanyl-Dosis wurde alle 72 Stunden auf 37 µg gesenkt
  • Edoxaban wurde durch Apixaban ersetzt
  • Die Frau hat immer noch wenig Energie und scheut Anstrengungen, aber ihr Schlaf hat sich verbessert und die nächtlichen Schmerzen haben vollständig aufgehört.
     
Nebenwirkungen

Es wurden keine Nebenwirkungen gemeldet.

Follow-up

Daten nicht verfügbar.

Schlussfolgerungen

Medizinisches Cannabis kann Arthritis oder Arthrose nicht heilen und das Fortschreiten der Krankheit nicht verlangsamen, es kann aber manchen Menschen bei Schmerzen und Entzündungen sowie bei Schlafstörungen und Angstzuständen helfen. Allerdings ist medizinisches Cannabis nicht für jeden geeignet. Manche Menschen sprechen besser auf die Behandlung an als andere und die Gründe dafür sind noch nicht geklärt. Die wahrscheinlich besten Wirkungen treten auf, wenn Cannabinoide zusammen mit anderen Medikamenten eingenommen werden. Dadurch können die Dosis und Nebenwirkungen klassischer pharmakologischer Behandlungen reduziert und die Vorteile von Cannabinoiden bei der Schmerz- und Entzündungskontrolle genutzt werden.