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Cannabis zur Behandlung von gastrointestinalen Erkrankungen


Ärztliche Sprechstunden online - Anwendungsgebiete von medizinischem Cannabis
Veranstaltungsreihe des Cannabis Social Clubs 2021
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Cannabis zur Behandlung von gastrointestinalen Erkrankungen

Prof.in Francesca Borelli

Prof.in Francesca Borrelli

Pharmakologin, Abteilung für Pharmazie, Universität Federico II, Neapel

 

Was sind gastrointestinale Erkrankungen? Welche sind ihre Symptome? Wie sieht die klassische Behandlungsmethode aus und was können sich Patient*innen von einer Behandlung mit Cannabis erwarten? Wie kommen Betroffene zu einer Verschreibung von medizinischem Cannabis? 

Mit diesen und weiteren Fragen haben sich Expert*innen und medizinisches Fachpersonal auseinandergesetzt, um sie an einem Themenabend mit Interessierten zu besprechen. Die Ergebnisse der medizinischen Sprechstunde können Sie hier nachlesen, ebenso kann die Videoaufzeichnung der gesamten Veranstaltung angesehen werden. Das nebenstehende Infoblatt kann bei Bedarf auch heruntergeladen und ausgedruckt werden.

 

 

Gastrointestinale Erkrankungen


Gastrointestinale Erkrankungen betreffen den gesamten Verdauungstrakt, d.h. jeden Teil des Verdauungstrakts vom Mund bis zum Anus. Der Ursprung dieser Krankheiten ist nach wie vor unbekannt während ihre Entwicklung als Autoimmunerkrankung angesehen wird, die wahrscheinlich durch eine genetische Prädisposition unterstützt wird.

Einige typische Krankheiten sind entzündliche Darmerkrankungen, Reizdarmsyndrom, Darmkrebs, Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn.

Zu den Symptomen gehören chronische oder wiederkehrende Bauch-/ Rektalschmerzen, Entzündungen, Übelkeit, Erbrechen, Dyspepsie, Durchfall, Gewichtsabnahme, Blähungen, Völlegefühl und Sodbrennen.

 

 

Klassische Behandlung


 Es gibt noch immer keine definitiv wirksame Therapie von gastrointestinalen Erkrankungen. In der akuten Phase werden in der Regel stark entzündungshemmende Medikamente wie Cortison eingesetzt, die jedoch nur für einen kurzen Zeitraum eingenommen werden sollten.

In der Remissionsphase können auch Salicylate, immunsuppressive Medikamente oder Anti-TNF-alpha-Antikörper (ein Molekül, das von Immunzellen produziert wird) eingesetzt werden.

  Solche Behandlungen bringen eine Reihe von Nebenwirkungen mit sich, wie z. B. Gewichtszunahme, interne Blutungen, Dysproteinämie und eine Schwächung der körpereigenen Immunabwehr, wodurch die Patient*innen anfälliger für Infektionen werden.

 

 

Behandlung mit Cannabis


Die Verwendung von Cannabis zur Behandlung von gastrointestinalen Erkrankungen wird durch zahlreiche klinische Studien belegt. Es liegen mehrere Berichte von Patient*innen mit entzündlichen Darmerkrankungen vor, die über eine Besserung ihrer Symptome durch Einnahme von Cannabis berichteten. In einer Umfrage haben 50 % der Patient*innen mit entzündlichen Darmerkrankungen angegeben, Cannabis zu konsumieren.
Cannabinoide können aufgrund der schmerzlindernden und entzündungshemmenden Wirkung von THC sowie der muskelentspannenden und immunmodulatorischen Wirkung von CBD bei dieser Erkrankung eingesetzt werden. Sie verringern den Entzündungszustand der Darmschleimhaut. THC trägt auch dazu bei, den Stuhlgang zu regulieren, den Schlaf zu fördern und Darmschmerzen zu lindern. So haben die Ergebnisse einer Studie gezeigt, dass Cannabis auch bei Darmkrebs eine tumorhemmende Wirkung haben kann.

Zu den empfohlenen Verabreichungsformen gehören die orale Verabreichung mit Öl und die respiratorische mit eigens dafür vorgesehenen Vaporisatoren.

  Die Möglichkeit, die Therapie individuell auf den einzelnen Patient*innen abzustimmen, macht Cannabis als Medikament sehr praktisch und sicher. Die Verträglichkeit von Cannabis für Patient*innen ist sehr hoch, ohne schwerwiegende und dauerhafte Nebenwirkungen. 
Ein wichtiger Vorteil von Cannabis ist sein breites Anwendungsspektrum, da es mit einem einzigen Produkt möglich ist, mehrere Aspekte der Krankheit zu verbessern, darunter starke Bauchschmerzen, Entzündungen der Darmschleimhaut, Durchfall, Schlafqualität, Stimmung, Angstzustände und Stress.

  Da es sich bei medizinischem Cannabis nicht um ein klassisches Arzneimittel sondern um ein Präparat auf Pflanzenbasis handelt, ist es oft schwierig, auf Anhieb die richtige individuelle Therapie zu finden. Das führt wiederum dazu, dass Patient*innen nach kurzer Zeit entmutigt werden können. 
Die wesentlichen Nachteile sind jedoch eher praktischer bzw. logistischer Natur, da es oft schwierig ist, das Medikament in Apotheken zu erhalten. Zudem können die erheblichen Kosten erschweren, die Therapie aufrechtzuerhalten.

 

 

Zugang zu medizinischem Cannabis


  Für eine Behandlung kommen vor allem Patient*innen mit starken chronischen Schmerzen in Frage, insbesondere solche mit früheren Bauchoperationen, chronischen Unterleibsschmerzen und/oder geringer Lebensqualität.

  Die Verschreibung von medizinischem Cannabis können alle Ärzt*innen vornehmen, die über Erfahrung und Fachwissen in diesem Bereich verfügen, Voraussetzungen welche notwendig sind, um die Verabreichung von Cannabis in das oft komplexe Krankheitsbild der Patient*innen als Therapie bestmöglich einzuordnen.

  Was den rein verschreibungspflichtigen Aspekt betrifft, so können alle Ärzt*innen Cannabis auf einem "weißen" Rezept verschreiben.

Bis heute gehören gastrointestinale Erkrankungen (Magen-Darm-Erkrankungen) nicht zu den im Dekret vom 9. November 2015 angeführten Pathologien, für welche eine Kostenübernahme durch den Gesundheitsdienst vorgesehen sind.

 

 

  Informationen und Beratung


Möchten Sie mehr zur Anwendung und Verschreibung von medizinischem Cannabis wissen? Die Patientenvereinigung Cannabis Social Club - Bolzano/Bozen gibt Informationen und Beratung. Ehrenamtliche Mitglieder, also Betroffene, geben in Ihrer Rolle als Patient*innen/Expert*innen ihre spezifischen Erfahrungen weiter und zeigen Wege auf, wie Sie sich optimal medizinischem Cannabis nähern können. 

Patientenvereinigung
Cannabis Social Club - Bozen
Dantestr. 2, Bozen
Mo - Fr 09:00 - 17:00 Uhr
Tel.: +39 0471 1817167

 

 

Aufzeichnung ansehen

Die Abendveranstaltung zu diesem Thema fand online am 28.09.2021 statt und kann hier nochmal angesehen werden.


An der Diskussion nahmen teil: 
  • Prof.in Francesca Borrelli, Expertin
  • Dr. Michael Kob, geschäftsf. Primar des Dienstes für Diätetik und klinische Ernährung, Bozen
  • Dr. Aldo Leonardo Berti, Hausarzt, Präsident des Cannabis Social Club, Bozen
  • Dr. Roberto Pittini, Facharzt für Anästhesie und Schmerztherapie, Meran
  • Dr. Elio Dellantonio, Ex-Primar SERD, Bozen
  • Peter Grünfelder, Koordinator Cannabis Social Club, Bozen

 

 

 

 

Realisiert mit der Unterstützung von


Abteilung Gesundheit - Autonome Provinz Bozen-Südtirol

 

Mediapartner

BeLeaf Magazin

Wissenschaftliche Partner

IACM

 

 

Sponsor

Farmacia Druso Merano

Farmacie Bonvicini Bolzano

Farmacia Perini

Farmacia Ternell Bibbiano (MO)

Clinn Studio medico Milano

Bioteca, Fornitore di Cannabis legale

 

Ethical Banking Bolzano

 

Traincria Hemp - Produzione e Distribuzione di Canapa

Dutch Passion

Crystalweed - Vendita di cannabis light online in Italia

 

 

Rechtlicher Hinweis
Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen sind nicht als Alternative oder Ersatz für die Anweisungen oder Hinweise von Ärzten oder anderen Fachleuten aus dem medizinischen und pharmazeutischen Bereich gedacht, sondern dienen ausschließlich dem Zweck eines vollständigeren Allgemeinwissens. Dieses Dokument soll in keiner Weise zu verbotenem Verhalten ermutigen. Die Ersteller dieses Dokuments, die Patientenvereinigung Cannabis Social Club Bolzano, übernehmen keine Verantwortung für einen eventuellen Missbrauch der hierin enthaltenen Informationen.

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