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Ausgeglichenheit und Alltäglichkeit für Epilepsie


Ärztliche Sprechstunden online - Anwendungsgebiete von medizinischem Cannabis
Veranstaltungsreihe des Cannabis Social Clubs 2021
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Ausgeglichenheit und Alltäglichkeit für Epilepsie-Patient*innen
durch die Anwendung von medizinischem Cannabis

Dr. Carlo Privitera

Dr. Carlo Privitera

Chirurg, Allgemein- und Notfallchirurgie, Projekt MediCOmm, Caltanissetta

 

Was ist Epilepsie? Welche sind die Symptome? Wie sieht die klassische Behandlungsmethode aus? Was können sich Patient*innen von einer Behandlung mit Cannabis erwarten und wie kommen Betroffene zu einer Verschreibung von medizinischem Cannabis? 

Mit diesen und weiteren Fragen haben sich Expert*innen und medizinisches Fachpersonal auseinandergesetzt, um sie an einem Themenabend mit Interessierten zu besprechen. Die Ergebnisse der medizinischen Sprechstunde können Sie hier nachlesen, ebenso kann die Videoaufzeichnung der gesamten Veranstaltung angesehen werden. Das nebenstehende Infoblatt kann bei Bedarf auch heruntergeladen und ausgedruckt werden.

 

 

Epilepsie


Epilepsie ist eine chronische Erkrankung, die durch das Wiederauftreten von Anfällen gekennzeichnet ist, d.h. durch anormale, massive und synchronisierte Entladungen einer mehr oder weniger großen Population zerebraler Neuronen. Wenn dieser Zustand mit anderen (z.B. kognitiven) Defiziten einhergeht, spricht man von einem epileptischen Syndrom.

Die Symptome variieren je nach Art des Anfalls. Aus klinischer Sicht wird zwischen partiellen und generalisierten Anfällen unterschieden. Krampfanfälle können alle vom Gehirn koordinierten Prozesse betreffen.

Bei einem Anfall können Symptome wie vorübergehende Verwirrung, ein benommener Blick, plötzliche und unkontrollierbare Bewegungen der Arme und Beine, Bewusstlosigkeit und psychiatrische Symptome auftreten. Je nach Art und Häufigkeit der Anfälle können diese bei den Betroffenen zu sozialen und körperlichen Einschränkungen bis hin zu schweren Behinderungen führen.

 

 

Klassische Behandlung


 Die meisten Patient*innen (etwa 70 %) mit Epilepsie können Krämpfe durch die Einnahme von Antiepileptika (Phenobarbital, Levetiracetam, Valproat, Phenytoin) vermeiden: In einigen Fällen kann das Medikament jedoch nur die Häufigkeit oder Intensität der Anfälle verringern.

Allerdings weisen 30 Prozent der Patient*innen Merkmale einer Arzneimittelresistenz auf, sodass eine maßgeschneiderte Therapie erforderlich ist.

  Antiepileptika können einige Nebenwirkungen haben: Müdigkeit, Instabilität und Schwindelgefühl, Gewichtszunahme, Verlust der Knochendichte, Koordinations-, Sprach-, Gedächtnisprobleme sowie  kognitive Probleme.

  Zu den schwerwiegenderen Nebenwirkungen (die selten beobachtet werden) gehören Depressionen, Selbstmordgedanken und -verhalten, schwerer Hautausschlag, Leberschäden.

 

 

Behandlung mit Cannabis


Die Verwendung von Cannabis zur Behandlung von Epilepsie wird durch aktuelle klinische Studien unterstützt. Eine Cannabistherapie kann die Häufigkeit von Anfällen verringern und die Lebensqualität von Patient*innen mit epileptischer Enzephalopathie im Kindesalter verbessern
Die Cannabis-Therapie hat eine neuroprotektive und entzündungshemmende Wirkung. Zu den weiteren Wirkungen gehören eine neuronale antioxidative Wirkung, ein verbesserter Schlaf sowie eine Abnahme von Angst und Erbrechen.

Konkret bewirkt Cannabis eine Kontrolle der Ca2+-Kanäle, eine Aktivierung des GABA-ergic-Systems, eine synaptische Kontrolle und eine Verbesserung der neuronalen Membranplastizität.

  Die Möglichkeit, die Therapie für jeden Patienten und jede Patientin individuell anzupassen, macht dieses Medikament sehr praktisch und sicher. Die verschiedenen Möglichkeiten der Einnahme gewähren eine praktische Handhabe. Die Verträglichkeit von Cannabis für Patient*innen ist immer sehr hoch. Außerdem gibt es keine schwerwiegenden und dauerhaften Nebenwirkungen.

 In seltenen Fällen kann es zu Wechselwirkungen von Cannabis mit traditionellen Arzneimitteln kommen.
Jedenfalls sind Nachteile jedoch eher praktischer bzw. logistischer als klinischer Natur, da es oft schwierig ist, das Medikament in Apotheken zu erhalten. Zudem können die erheblichen Kosten erschweren, die Therapie aufrechtzuerhalten.

 

 

Zugang zu medizinischem Cannabis


  Für eine Behandlung geeignet sind vor allem jene Patient*innen, die eine Arzneimittelresistenz aufweisen, aber auch Patient*innen, die sich bereits in Behandlung befinden (bei denen medizinisches Cannabis als Zusatztherapie angewandt werden kann).

  Die Verschreibung von medizinischem Cannabis können alle Ärzte und Ärztinnen vornehmen, die über Erfahrung und Fachwissen in diesem Bereich verfügen. Voraussetzungen, welche notwendig sind, um die Verabreichung von Cannabis in das oft komplexe Krankheitsbild der Patient*innen als Therapie bestmöglich einzuordnen.

 Was den rein verschreibungspflichtigen Aspekt betrifft, so können alle Ärzt*innen Cannabis auf einem "weißen" Rezept verschreiben. Bis heute gehört Epilepsie nicht zu den im Dekret vom 9. November 2015 angeführten Pathologien, für welche die kostenlose Abgabe durch den Gesundheitsdienst vorgesehen ist. ​​​​​

 

 

  Informationen und Beratung


Möchten Sie mehr zur Anwendung und Verschreibung von medizinischem Cannabis wissen? Die Patientenvereinigung Cannabis Social Club - Bolzano/Bozen gibt Informationen und Beratung. Ehrenamtliche Mitglieder, also Betroffene, geben in ihrer Rolle als Patient*innen/Expert*innen ihre spezifischen Erfahrungen weiter und zeigen Wege auf, wie Sie sich optimal medizinischem Cannabis nähern können. 

Patientenvereinigung
Cannabis Social Club - Bozen
Dantestr. 2, Bozen
Mo - Fr 09:00 - 17:00 Uhr
Tel.: +39 0471 1817167

 

 

 

Aufzeichnung ansehen

Die Abendveranstaltung zu diesem Thema fand online am 19.10.2021 statt und kann hier nochmal angesehen werden.


An der Diskussion nahmen teil: 
  • Dr. Carlo Privitera, Experte
  • Dr. Aldo Leonardo Berti, Hausarzt, Präsident des Cannabis Social Club, Bozen
  • Dr. Roberto Pittini, Facharzt für Anästhesie und Schmerztherapie, Meran
  • Dr. Elio Dellantonio, Ex-Primar SERD, Bozen
  • Peter Grünfelder, Koordinator Cannabis Social Club, Bozen

 

 

 

 

Realisiert mit der Unterstützung von


Abteilung Gesundheit - Autonome Provinz Bozen-Südtirol

 

Mediapartner

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Wissenschaftliche Partner

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Sponsor

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Farmacie Bonvicini Bolzano

Farmacia Perini

Farmacia Ternell Bibbiano (MO)

Clinn Studio medico Milano

Bioteca, Fornitore di Cannabis legale

 

Ethical Banking Bolzano

 

Traincria Hemp - Produzione e Distribuzione di Canapa

Dutch Passion

Crystalweed - Vendita di cannabis light online in Italia

 

 

Rechtlicher Hinweis
Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen sind nicht als Alternative oder Ersatz für die Anweisungen oder Hinweise von Ärzten oder anderen Fachleuten aus dem medizinischen und pharmazeutischen Bereich gedacht, sondern dienen ausschließlich dem Zweck eines vollständigeren Allgemeinwissens. Dieses Dokument soll in keiner Weise zu verbotenem Verhalten ermutigen. Die Ersteller dieses Dokuments, die Patientenvereinigung Cannabis Social Club Bolzano, übernehmen keine Verantwortung für einen eventuellen Missbrauch der hierin enthaltenen Informationen.

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