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Versteckte Unruhe: Restless-Legs-Syndrom


Ärztliche Sprechstunden online - Anwendungsgebiete von medizinischem Cannabis
Veranstaltungsreihe des Cannabis Social Clubs 2021
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Elisabetta Camporese

Dr.in Elisabetta Camporese

Ärztin für Psycho-, Neuro-, Endokrin- und Immunologie, eigene Arztpraxis in Rubano (Padova)

 

Versteckte Unruhe:
Restless-Legs-Syndrom (RLS)

 

Was ist das Restless-Legs-Syndrom? Wie macht es sich bemerkbar? Wie sieht die klassische Behandlungsmethode aus und was können sich Patienten von einer Behandlung mit Cannabis erwarten? Und wie erhalten sie die nötige Verschreibung für eine Therapie basierend auf medizinischem Cannabis? 

Mit diesen und weiteren Fragen haben sich Expert:innen  und medizinisches Fachpersonal auseinandergesetzt, um sie an einem Themenabend mit Interessierten zu besprechen. Die Ergebnisse der medizinischen Sprechstunde können Sie hier nachlesen, ebenso kann die Videoaufzeichnung der gesamten Veranstaltung angesehen werden. Das nebenstehende Infoblatt kann bei Bedarf heruntergeladen und ausgedruckt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Infoblatt in Ausarbeitung

Das Infoblatt wird in Kürze hier zum Lesen und zum Download bereit stehen.

 

 

 

Das Restless-Legs-Syndrom (RLS)


Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen, die durch das zwingende Bedürfnis gekennzeichnet ist, die Beine zu bewegen – das scheinbar einzige Mittel zur sofortigen Linderung.

 

Der Bewegungsdrang und die unangenehmen Empfindungen treten während der Ruhephase bzw. inaktiven Phase auf, demzufolge sind die Beschwerden eher am Abend oder in der Nacht zu spüren.

 

Die Symptome variieren von Kribbeln, Krämpfen, Unruhe, Spasmen, Spannungen, Faszikulationen (kleine unwillkürliche Bewegungen des Muskelgewebes), seltener kommen Schmerzen vor. Sehr oft leiden Patienten mit RLS an Schlafstörungen und den damit verbundenen Folgen für die Psyche.

 

 

 

 

Klassische Behandlung


Die traditionellen Medikamente gegen RLS sind Dopaminergika, meistens Dopamin-Agonisten, die an GABA-Rezeptoren andocken. Das sind Neurotransmitter mit sedierender, muskelentspannender und krampflösender Wirkung, welche die Freisetzung von Dopamin stimulieren.

In Fällen von Schlafstörungen und Angstzuständen kommen Benzodiazipine zum Einsatz. Selten werden Antiepileptika verwendet, die ebenso die Wirkung von GABA potenzieren.

 

Lediglich bei Schmerzen kommen opiumhaltige Schmerzmittel zum Einsatz. Sie binden sich an Rezeptoren für körpereigene Opioide, wie z.B. Endorphine, an und modulieren so die Schmerzintensität.

Die pharmakologische Therapie kann sämtliche Symptomlinderung abdecken. Außerdem sind oft sehr niedrige Mengen ausreichend, so dass keine signifikanten Nebenwirkungen auftreten.

 

Übelkeit, Schwindel, Schläfrigkeit, Erbrechen und ein tiefer Blutdruck sind die Nebenwirkungen, die von Dopamin-Agonisten hervorgerufen werden können.

Seltener werden psychiatrische Störungen wie Wahrnehmungsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten und eine Spielsucht ausgelöst.

Außerdem kann es in manchen Fällen zu der sogenannten Augmentation kommen, was bedeutet dass die Therapie paradoxerweise mit der Zeit die RLS-Symptomatik verstärkt bzw. die Wirkung der Medikamente nachlässt (Toleranz).

 

 

 

 

Behandlung mit Cannabis


Cannabis, insbesondere die enthaltene Substanz THC, wirkt positiv auf die Dopaminausschüttung. Eine muskelentspannende und angstlösende Wirkung verbessert Schlaf und Stimmung und reguliert auf natürliche Weise das Endocannabinoid-System der Patienten.

Für die Behandlung sind Cannabissorten mit hohem THC-Gehalt geeignet. Je nachdem wie schnell oder anhaltend eine Besserung der Beschwerden erzielt werden soll, kann die ideale Verabreichungsform gewählt werden: oral (in Form von Tropfen oder Kapseln) für eine langsam eintretende aber lang anhaltende Wirkung und/oder respiratorisch (durch das Rauchen oder Vaporisieren von getrockneten Blüten) für eine schnell eintretende aber dafür kurze Wirkungsdauer.

 

Mit der alleinigen Verabreichung von Cannabis können sämtliche RLS-üblichen Symptome gelindert werden.

Cannabis hat keine dauerhaften negativen Auswirkungen im Körper, macht nicht abhängig, wie allgemein geglaubt wird, und ist meistens gut verträglich. Bei einer korrekten Anwendung sind Nebenwirkungen nahezu minimal und auch gut handhabbar.

Die neuroprotektive und die regulierende Wirkung von Cannabis auf das Nervensystem können von großem Nutzen und für eine stabile Langzeitwirkung verantwortlich sein.

 

  Mögliche - wenn auch seltene - Nebenwirkungen sind Schläfrigkeit, Verwirrtheit, trockene Augen und trockener Mund.

Durch eine verfehlte Gesundheitspolitik kommt es immer wieder zu Lieferengpässen in den Apotheken.

 

 

 

 

Zugang zu medizinischem Cannabis


Für eine Behandlung geeignete Patienten sind jene, die keine Herzerkrankung mit Herzrhythmusstörungen und keine schweren psychotischen Anfälle in der Vorgeschichte aufweisen.

Geeignete Ärzte für eine Verschreibung sind jene, die über die notwendige Erfahrung und Kompetenz verfügen, um Cannabis in den oft komplexen medizinischen Kontext des Patienten einordnen zu können.

Jeder Allgemeinmediziner, Privatarzt oder Facharzt kann Cannabis auf einem "weißen" ärztlichen Rezept verschreiben, sofern die Notwendigkeit einer Therapie mit medizinischem Cannabis gemäß Gesetz 94/98 angebracht ist. Für eine Verschreibung bei RLS gibt es zwar wenige, aber dennoch vielversprechende Studien!

 Die Verwendung von Cannabis gegen die Symptome von RLS fällt nicht spezifisch unter die Verwendungen, die laut Dekret vom 9. November 2015 eine Kostenrückerstattung vorsehen. Nur bei Vorhandensein von deutlich wahrnehmbaren Schmerzen in den Beinen, also bei neurogenen Schmerzen, in Kombination mit einer Resistenz gegen Schmerzmittel können die Kosten vom Sanitätssystem übernommen werden.

 Weitere Informationen und Beratung zur Verschreibung von medizinischem Cannabis erhalten Sie im Cannabis Competence Center in der Dantestr. 2 in Bozen.

 

 

Aufzeichnung ansehen


Die Abendveranstaltung zu diesem Thema fand online am 25.05.2021 statt und kann hier nochmal angesehen werden.

 

Diskussionsrunde:

  • Dr.in Elisabetta Camporese, Expertin
  • Dr.in Susanne Büchner, Parkinsonambulanz, Bozen
  • Dr. Aldo Leonardo Berti, Hausarzt, Bozen
  • Dr. Roberto Pittini, Facharzt für Anästhesie und Schmerztherapie, Meran
  • Dr. Elio Dellantonio, Ex-Primar SERD, Bozen
  • Peter Grünfelder, Vertretung Patientenvereinigung, Bozen

 

 

 

 

 

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Rechtlicher Hinweis
Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen sind nicht als Alternative oder Ersatz für die Anweisungen oder Hinweise von Ärzten oder anderen Fachleuten aus dem medizinischen und pharmazeutischen Bereich gedacht, sondern dienen ausschließlich dem Zweck eines vollständigeren Allgemeinwissens. Dieses Dokument soll in keiner Weise zu verbotenem Verhalten ermutigen. Die Ersteller dieses Dokuments, die Patientenvereinigung Cannabis Social Club Bolzano, übernehmen keine Verantwortung für einen eventuellen Missbrauch der hierin enthaltenen Informationen.

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