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Cannabis bei Alzheimer und Demenz


Ärztliche Sprechstunden online - Anwendungsgebiete von medizinischem Cannabis
Veranstaltungsreihe des Cannabis Social Clubs 2021
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Cannabis bei Alzheimer und Demenz

Mit Cannabis mehr Lebensqualität für Alzheimer-Patient*innen

Pittini

Dr. Roberto Pittini

Facharzt für Anästhesie und Schmerztherapie im Südtiroler Sanitätsbetrieb,
Spezialist für den medizinischen Einsatz von Cannabis, Meran

 

Was unterscheidet Alzheimer und Demenz? Was sind ihre Folgen und wie sehen die klassischen Behandlungsmethoden aus? Was können sich Patient*innen von einer Behandlung mit Cannabis erwarten und wie kommen Betroffene zu einer Verschreibung von medizinischem Cannabis? 

Mit diesen und weiteren Fragen haben sich Expert*innen und medizinisches Fachpersonal auseinandergesetzt, um sie an einem Themenabend mit Interessierten zu besprechen. Die Ergebnisse der medizinischen Sprechstunde können Sie hier nachlesen, das nebenstehende Infoblatt kann bei Bedarf auch heruntergeladen und ausgedruckt werden.

 

 

Alzheimer und Demenz


Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form von Demenz. Die Krankheit verläuft schleichend und führt nach ca .10 Jahren zum Tod.

Die Betroffenen werden mit der Zeit immer hilfloser, so dass sie auf Unterstützung und Pflege angewiesen sind. Durch das Absterben von Nervenzellen im Gehirn werden Menschen mit Alzheimer zunehmend vergesslich, verwirrt und orientierungslos.

Charakteristische Symptome sind die Verschlechterung des Erinnerungs- und Orientierungsvermögens, begleitet von Persönlichkeits- und Verhaltensänderungen, was in Folge zu psychischen Störungen wie Motivationsverlust, schwankenden Gefühlslagen und mitunter auch zu aggressivem Verhalten führen kann.

 

 

Klassische Behandlung


Es gibt noch keine Behandlung mit der Demenz gestoppt oder geheilt werden kann. Alle Maßnahmen zielen auf eine Stabilisierung der Hirnfunktionen und der Alltagskompetenzen.

Die medikamentöse Therapie erfolgt in erster Linie durch die Gabe von Antidementia. Sie sind imstande ein Enzym zu blockieren, das für den Abbau der Botenstoffe zuständig ist. Des Weiteren können Antidepressiva zum Einsatz kommen.
Nicht-medikamentöse Behandlungsmethoden zielen darauf ab die Stimmung der Patienten zu verbessern und ihre kognitiven Fähigkeiten zu erhalten.

 

Besonders im frühen und mittleren Stadium hilft die klassische  Behandlung die Gedächtnisleistung zu erhalten und Begleiterscheinungen zu mildern. Vorteilhaft ist dabei die einfache Verfügbarkeit und die breite Anerkennung der Therapie.

 Die Wirkung von Antidementia ist relativ schwach ausgeprägt und es treten oft invalidierende Nebenwirkungen auf.

 

 

 

Behandlung mit Cannabis


Cannabis hat die Fähigkeit sich positiv auf den Haushalt der Botenstoffe im Endocannabinoidsystem von Alzheimer-Patient*innen auszuwirken. In verschiedenen Studien konnte bereits gezeigt werden, dass Cannabinoide, wie das Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), in der Lage sind, Entzündungen zu hemmen, das Nervensystem zu schützen und das Wachstum von Nervengewebe zu fördern.

Zusätzlich lassen sich mit Cannabis Stimmungsschwankungen abfedern und psychische Probleme lindern, was in der Pflege von Alzheimer-Patient*innen eine deutliche Erleichterung bedeutet. Auch bei Cannabis wirkt sich ein früher Beginn mit der Behandlung positiv aus. Während in der ersten Phase von Alzheimer insbesondere der stabilisierende Effekt von CBD gefragt ist, kann der Gehalt von THC mit dem Krankheitsverlauf stetig steigen, um den mnemonischen Effekt auf das Gehirn zu erhöhen.

 

 Medizinisches Cannabis wird von Alzheimer-Patient*innen relativ gut vertragen. Sehr positiv ist auch, dass mit einem einzigen Präparat gleich mehrere Symptome gelindert werden können.
Deshalb verbessert Cannabis eindeutig die Lebensqualität der Patient*innen und der Personen, die sie pflegen.

 Speziell für die Anwendung bei Demenz-Patient*innen stehen nur wenige Studien zur Verfügung. Trotz positiver Ergebnisse kann deswegen kein eindeutiger Nachweis einer Effizienz garantiert werden.
Erschwerend kommt hinzu, dass der schleichende Krankheitsverlauf es für Ärzt*innen erschwert, das richtige Cannabispräparat und die richtige Dosierung für Patient*innen im jeweiligen Zustand zu finden.

 

 

Zugang zu medizinischem Cannabis


  Für eine Behandlung ungeeignete Patient*innen sind jene, die an einer Herzrhythmusstörungen oder orthostatische Hypotonie leiden. Geeignete Ärzt*innen für eine Verschreibung sind jene, die über die notwendige Erfahrung und Kompetenz verfügen, um Cannabis in den oft komplexen medizinischen Kontext der Patient*innen einordnen zu können.

  Sämtliche Allgemeinmediziner*innen, Privat- oder Fachärzt*innen können Cannabis auf einem „weißen“ Rezept verschreiben, da für Alzheimer-Patient*innen eine Therapie mit medizinischem Cannabis gemäß Gesetz 94/98  vorgesehen ist.

 Nur beim Vorhandensein von Schmerzen (neurogenen Schmerzen) oder Spasmen in Kombination mit einer Resistenz gegen Schmerzmittel werden die Kosten für das medizinische Cannabis vom Sanitätssystem übernommen.

 

 

  Informationen und Beratung


Möchten Sie mehr zur Anwendung und Verschreibung von medizinischem Cannabis wissen? Die Patientenvereinigung Cannabis Social Club - Bolzano/Bozen gibt Informationen und Beratung. Ehrenamtliche Mitglieder, also Betroffene, geben in Ihrer Rolle als Patient*innen/Expert*innen ihre spezifischen Erfahrungen weiter und zeigen Wege auf, wie Sie sich optimal medizinischem Cannabis nähern können. 

Patientenvereinigung
Cannabis Social Club - Bozen
Dantestr. 2, Bozen
Mo - Fr 09:00 - 17:00 Uhr
Tel.: +39 0471 1817167

 

 

 

 

Realisiert mit der Unterstützung von


Abteilung Gesundheit - Autonome Provinz Bozen-Südtirol

 

Mediapartner

BeLeaf Magazin

Wissenschaftliche Partner

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Sponsor

Farmacia Druso Merano

Farmacie Bonvicini Bolzano

Farmacia Perini

Farmacia Ternell Bibbiano (MO)

Clinn Studio medico Milano

Bioteca, Fornitore di Cannabis legale

 

Ethical Banking Bolzano

 

Traincria Hemp - Produzione e Distribuzione di Canapa

Dutch Passion

Crystalweed - Vendita di cannabis light online in Italia

 

 

Rechtlicher Hinweis
Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen sind nicht als Alternative oder Ersatz für die Anweisungen oder Hinweise von Ärzten oder anderen Fachleuten aus dem medizinischen und pharmazeutischen Bereich gedacht, sondern dienen ausschließlich dem Zweck eines vollständigeren Allgemeinwissens. Dieses Dokument soll in keiner Weise zu verbotenem Verhalten ermutigen. Die Ersteller dieses Dokuments, die Patientenvereinigung Cannabis Social Club Bolzano, übernehmen keine Verantwortung für einen eventuellen Missbrauch der hierin enthaltenen Informationen.

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